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IGeL-Leistungen beim Augenarzt – Welche gibt es und wie sinnvoll sind sie?

Von IGeL-Leistungen hat wahrscheinlich jeder Patient schon einmal bei einem Arztbesuch gehört. IGeL steht für Individuelle Gesundheitsleistung. Anders formuliert handelt es sich hierbei um sogenannte Selbstzahler-Leistungen. Also um Leistungen, die ein Patienten beim Arzt in Anspruch nehmen kann, aber selbst bezahlen muss, da die Kosten von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen werden.

Auch beim Augenarzt gibt es eine Auswahl an IGeL-Leistungen. Die meisten dieser Leistungen dienen zur Vorsorgeuntersuchung des Auges, also zur Früherkennung von Augenerkrankungen wie beispielsweise einem Glaukom oder der altersbedingten Makuladegeneration (AMD). Durch die Vorsorgeuntersuchungen sollen Krankheiten frühzeitig zu erkannt und somit bestmöglich behandelt werden.

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die Selbstzahler-Leistungen, die Sie üblicherweise beim Augenarzt in Anspruch nehmen können.

Glaukom-Früherkennung 

Beim Glaukom, auch Grüner Star genannt, kommt es zu einer Schädigung des Sehnervs und der Netzhaut. Häufig tritt diese Erkrankung erst nach dem 40. Lebensjahr auf. Das Risiko nimmt mit fortschreitendem Alter zu. Die Krankheit verläuft meist schleichend. Unbehandelt führt ein Glaukom zu einem Verlust der Sehkraft, daher ist eine frühzeitige Erkennung von Symptomen entscheidend.

Messung des Augeninnendruckes und Untersuchung des Sehnervs

Ein Indikator zur Früherkennung des Glaukoms ist ein erhöhter Augeninnendruck. Daher wird im Zuge der Vorsorgeuntersuchung eine einfache Messung des Innendrucks im Auge vorgenommen. Alleine der Augeninnendruck reicht jedoch nicht aus, um ein Glaukom festzustellen oder ein Risiko zu identifizieren. Sinnvoll sind weitere Untersuchgen des Sehnervs durch eine Augenspiegeluntersuchung und gegebenenfalls auch eine Gesichtsfelduntersuchung. Sind die Untersuchungen ohne Befund, so reicht eine erneute Kontrolle nach 3-5 Jahren aus.

Die Kosten für die Glaukom-Früherkennung liegen zwischen 15 und 40 Euro. Da es sich um eine IGeL Untersuchung handelt, müssen Patienten die Leistung in der Regel selbst bezahlen.

AMD-Früherkennung

Bei der altersbedingten Makuladegeneration, auch kurz AMD genannt, kommt es altersbedingt zur Veränderungen der unter der Netzhaut liegenden Gewebeschichten. Da diese Schichten wichtig für die Ernährung und Sauerstoffversorgung der Netzhaut sind, kommt es schleichend zu krankhaften Veränderungen der Netzhaut selber. Dieses führt zu einem langsamen Funktionsverlust der Photorezeptoren. Das Sehen wird Jahr für Jahr schlechter. Nach einigen Jahren kann die Erkrankung zu einem bleibenden Verlust der zentralen Sehschärfe führen. Daher gilt, je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser. Eine rechtzeitige Diagnose erhöht die Chance für eine frühe und erfolgreiche Behandlung enorm.

Netzhaut-Check zur Früherkennung 

Durch einen ausführlichen Netzhaut-Check kann Ihr Augenarzt mittels einer gezielten Untersuchung des Augenhintergrundes feststellen, ob Veränderungen in der Netzhaut vorliegen. Als IGeL-Leistung bietet er in diesem Zusammenhang ein OCT (optische Kohärenztomografie) an. Das OCT nimmt mit Hilfe von diagnostischen Laserstrahlen hochauflösende Schnittbilder des Augenhintergrundes auf. Die Aufnahmen bieten dem Augenarzt einen detaillierten Einblick in die feinen Strukturen des Gewebes am hintern Augenabschnitt. Er erhält Informationen über die Dicke der Netzhaut sowie darüber, ob sich Wassereinlagerungen im Gewebe der Netzhaut befinden. Ein wichtiges diagnostisches Kriterium bei der feuchten AMD.

Die Leistungen im Rahmen des Netzhaut-Checks werden leider nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Die Kosten für die Untersuchung liegen zwischen 80 – 110 Euro und müssen i.d.R. vom Patienten getragen werden.

Sind IGeL-Leistungen sinnvoll?

Häufig haben IGeL-Leistungen einen schlechten Ruf und werden von Patienten direkt abgelehnt. Auch wenn die oben aufgeführten Leistungen bislang nicht von der Krankenkasse übernommen werden, sind sie dennoch sinnvoll und können bei der Früherkennung von Krankheiten helfen. Je früher Krankheiten erkannt werden können, desto besser können Sie behandelt werden.

Dennoch sollten Sie immer für sich persönlich entscheiden, ob Sie die Leistung in Anspruch nehmen möchten. Lassen Sie sich ausführlich von Ihrem Arzt über die IGeL aufklären, welche Vorteile diese bringt und welche Konsequenz es haben könnte, wenn Sie diese nicht in Anspruch nehmen. Sie haben auch die Möglichkeit sich bei Ihrer Krankenkasse zu informieren, ob es ggf. Alternativen gibt, die der IGeL entsprechen. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und überlegen Sie bei Bedarf nochmal in Ruhe zu Hause.

Sollte bei der Vorsorgeuntersuchung ein positiver Befund vorliegen, übernimmt die Krankenkasse häufig die Kosten, wenn Sie eine Vorsorgeuntersuchung im Rahmen der IGeL-Leistung nutzen. Wichtig dafür ist, dass Sie eine Rechnung über die in Anspruch genommene Leistung haben. Daher sollten Sie immer daran denken, sich eine Rechnung ausstellen zulassen.

Noch ein kleiner Tipp: Sollten Sie über eine private Zusatzversicherung verfügen, übernehmen diese auch häufig die Kosten der Selbstzahler-Leistungen.

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