Haben Sie Fragen? Rufen Sie uns an! +49 (0)221-650 722-0

Netzhautablösung

Allgemeine Informationen

Wo sitzt die Netzhaut?

Die Netzhaut kleidet das Auge wie eine Tapete von innen aus. Sie entspricht in ihrer Funktion dem Film bzw. dem Mikrochip in einer Fotokamera. Das Licht fällt gebündelt durch die Augenlinse auf sie und hier sitzen die lichtempfindlichen Zellen, die das Licht wahrnehmen, mittels einer chemischen Reaktion in elektrische Impulse umwandeln und als Information über den Sehnerv an das Sehzentrum weiterleiten.

Wodurch kann sich die Netzhaut ablösen?

Durch angeborene Schwachpunkte des Gewebes und Alterserscheinungen (Netzhautdegenerationen), durch Veränderungen im Rahmen höherer Kurzsichtigkeit, Veränderungen des Glaskörpers sowie nach Blutungen im Auge und Verletzungen können Risse und Löcher in der Netzhaut entstehen. Augenflüssigkeit kann durch diese hinter die Netzhaut laufen und sie dadurch von der Wand abheben. Ein weiterer Mechanismus sind Flüssigkeitseinlagerungen unter der Netzhaut bei Entzündungen, Tumoren oder Bindegewebs- bzw. Narbensträngen, welche die Netzhaut auch ohne Loch abheben können.

Warum ist das gefährlich?

Beginnt sich die Netzhaut abzulösen, muss sie schnellstmöglich mit dem Laser oder durch eine Operation befestigt werden. Der Grund ist, dass die Ernährung der lichtempfindlichen Rezeptoren der Netzhaut ausschließlich von der dahinter gelegenen Schicht der Augenhinterwand (Aderhaut) aus erfolgt. Je länger die Netzhaut daher von ihrer „Unterlage“ abgelöst bleibt, desto weniger ist sie in der Lage, ihre alte Leistungsfähigkeit wieder zu erreichen. Teilweise oder komplette Erblindung auf dem betroffenen Auge kann die Folge sein.

Symptome und Untersuchung

Wie merke ich eine Netzhautablösung selbst?

Erste Hinweise können das Wahrnehmen von plötzlichen Blitzen und Funken bzw. Sternchen – vor allem bei Kopfbewegungen – sein. Dies ist zwar meist noch keine Ablösung, sondern nur ein Zeichen für mechanische Belastung der Netzhaut, sollte aber vom Augenarzt kontrolliert werden.

Bedenklich ist das Wahrnehmen von zahlreichen dicken „Tropfen“ (auch „Rußregen“ genannt) vor den Augen. Dies ist nicht zu verwechseln mit den harmlosen „fliegenden Mücken“ bzw. Fuseln und Fädchen, wie sie fast jeder beim Blick gegen einen gleichmäßig hellen Hintergrund sehen kann.
Fällt gar ein ganzer Bereich des Gesichtsfeldes aus, als wenn ein dunkler Vorhang sich davor schieben würde, besteht der Verdacht, dass die Netzhaut sich dort abgelöst hat. Dann muss umgehend ein Augenarzt aufgesucht werden.

Wie kann ich vorbeugen?

Vorbeugend sollten alle Kurzsichtigen über 2 Dioptrien Gläserstärke (Optiker oder Augenarzt fragen) alle zwei Jahre untersucht werden, sowie alle die Netzhautablösungen in der Familie haben bzw. die obigen Warnzeichen wahrnehmen. Nach Verletzungen der Augen und bei Erkrankungen mit Blutungen und Ausbildung von Bindegewebssträngen in den Augen (z. B. Diabetes) muss sowieso regelmäßig die Netzhautuntersuchung durchgeführt werden.

Wie wird die Netzhaut untersucht?

Die Pupille wird weitgetropft und in das Auge geleuchtet. Falls der optische Einblick eingeschränkt ist, wird mittels Ultraschall das Auge dargestellt.

Sie haben Fragen? Unser Fachpersonal hilft Ihnen gerne weiter!

Therapie und Erfolgsaussichten

Wie wird die Netzhaut wieder befestigt?

Handelt es sich nur um kleine Löcher, reicht ein Laser. Es werden ambulant kleine „Schweißherde“ um die Löcher gesetzt und in der Regel ist dann der Bereich abgesichert. Dies merkt man kaum und Betäubungen oder Narkosen sind nicht notwendig. Ist die Netzhaut bereits abgelöst, ist eine große Operation in Narkose notwendig:

 

Eine Methode findet komplett von außerhalb des Auges statt. Dabei werden entweder um das Auge Befestigungsringe (Cerclage) oder kleine eindellende „Schaumstoffkissen“ (Plomben) befestigt und mittels einer Punktion die Flüssigkeit unter der Netzhaut entfernt, so dass sich Netzhaut und Augenwand wieder aneinander legen können.

Liegen Narbenstränge oder starke Veränderungen des Glaskörpers vor, bzw. gelang die Operation von außen nicht, muss man in das Auge gehen. Dabei werden der Glaskörper und die anderen Veränderungen im Glaskörperraum entfernt. Die Operation heißt „Parsplana Vitrektomie“. Anschließend wird von drinnen mittels Gas oder spezieller Flüssigkeiten (z. B. Silikonöl) die Netzhaut wieder an die Wand gedrückt. Eventuell wird dann noch zusätzlich von innen gelasert (Endolaser). Die Füllung des Auges mit Silikonöl ist sozusagen die letzte Lösung, da das Silikonöl sowohl die Augenlinse (es entsteht ein grauer Star) als auch die Netzhaut auf Dauer schädigt. Das Silikonöl muss, wenn möglich, nach einiger Zeit wieder entfernt werden.

Wie sind die Aussichten nach der Operation?

Ganz gleich, welche Operation durchgeführt wird, es bleibt ein Risiko der erneuten Ablösung. Daher muss das Auge anschließend regelmäßig vom Augenarzt kontrolliert werden. In Abhängigkeit von der Dauer der Ablösung und der Schädigung der Lichtrezeptoren bleibt eine Seheinschränkung. Entweder sind dies bei Ablösungen im äußeren Bereich der Netzhaut Gesichtsfeldausfälle/-schwächen oder bei Ablösung im Zentrum der Netzhaut, der sogenannten Makula, verbleibt eine dauerhafte Minderung der Sehschärfe.

Deswegen ist es so wichtig, die Ablösung in einem Stadium zu behandeln, in dem noch nicht die Mitte der Netzhaut abgelöst ist. Zunächst muss man nach der Operation aber erst mal abwarten. Die mögliche Erholung der Netzhautfunktion dauert Monate. Erfolgte die Wiederanlegung zu spät (mehrere Wochen seit Ablösung), findet keine Erholung der Netzhaut mehr statt. Jede Stunde und jeder Tag sind da entscheidend. Sinn kann die Operation dann aber auch noch machen, um eine völlige Erblindung oder die Entstehung eines schmerzhaften schrumpfenden Auges zu verhindern.

Willkommen bei der Augenklinik am Neumarkt

Leistungen

Ausgezeichnete Expertise, kompetente Beratung und fürsorgliche Betreuung erwarten Sie in jeder unserer Kliniken. Profitieren Sie von der jahrelangen Kompetenz unserer Fachärzte in unserem breiten Leistungsspektrum.

Kontakt

Sie überlegen, einen Termin zu vereinbaren oder sich die Augen lasern zu lassen, haben eine Frage zu einer unserer Leistungen oder benötigen eine Beratung? Dann kontaktieren Sie uns gerne telefonisch oder per Mail!

Augen lasern

Egal ob mit Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder einer Hornhautverkrümmung: Nicht jeder kann und möchte sich an Brille und Kontaktlinsen gewöhnen. Wir bieten viele verschiedene Augenlaser-OPs für Sie an.

Sie haben Fragen? Unser Fachpersonal hilft Ihnen gerne weiter!